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Cannabis als Arzneimittel gehört nicht in den Joint

DocSano Redaktion
21. November 2025
Cannabis als Arzneimittel gehört nicht in den Joint

November 2025

Medizinische Cannabisblüten werden zur Behandlung bestimmter Beschwerden verordnet und sollten nicht wie Gras für den Freizeitgebrauch in einem Joint verbrannt werden. Für die inhalative Anwendung ist ein geeigneter Vaporizer der gesündeste Weg.

Joint-Rauch verstanden

Ein Joint verbrennt Cannabis bei sehr hohen Temperaturen. Dabei werden nicht nur THC, CBD und andere Cannabinoide freigesetzt. Durch die Verbrennung entstehen auch Kohlenmonoxid, Feinstaub, Teerstoffe und zahlreiche weitere chemische Verbindungen. Tatsächlich entstehen die gewünschten Wirkstoffe THC und CBD auch durch Vaporisieren beim Jointrauchen, nur mit dem Unterschied, dass zusätzlich das Cannabis verbrannt und dadurch ein toxisches Vielstoffgemisch mit inhaliert wird.

Cannabisrauch reizt die Atemwege. Regelmäßiges Rauchen wird mit Husten, Auswurf, pfeifender Atmung und Beschwerden einer chronischen Bronchitis in Verbindung gebracht [1]. Untersuchungen beschreiben außerdem Entzündungen und Veränderungen im Gewebe der Atemwege [2]. Wie hoch das langfristige Risiko für Lungenkrebs ist, lässt sich noch nicht abschließend beurteilen. Dass der Rauch die Atemwege belastet, gilt jedoch als gut belegt [3].

Wird Cannabis gemeinsam mit Tabak geraucht, kommen die Risiken des Tabakrauchs und die Gefahr einer Nikotinabhängigkeit hinzu. Der medizinische Zweck der Behandlung ändert nichts daran, dass Rauch gesundheitsschädlich ist. Auch Wasserpfeifen oder Aktivkohlefilter gehören zu den gesundheitsschädlichen Konsumformen. Solange die Blüte verbrennt, entstehen Rauch und Verbrennungsprodukte, die die Gesundheit schädigen.

Vaporisieren: inhalieren ohne zu rauchen

Ein Vaporizer erhitzt die Cannabisblüte, ohne sie zu verbrennen. Dadurch können Cannabinoide und weitere flüchtige Pflanzenstoffe ohne toxischen Rauch eingeatmet werden.

Laboruntersuchungen mit geprüften Verdampfern zeigen, dass Cannabinoide wirkungsvoll freigesetzt werden und die gesundheitliche Belastung durch ungewollte Rauchbestandteile deutlich sinkt [4]. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) nennt Vaporisatoren ausdrücklich als Möglichkeit, die Inhaltsstoffe medizinischer Cannabisblüten zu inhalieren [5]. Das Verdampfen ist dennoch nicht vollkommen risikofrei.

Die perfekte Vape-Temperatur

Für viele medizinische Anwendungen von Cannabis sind ca. 178-182 Grad Celsius ein guter Wert für den Vaporisator. Bei ca. 180 Grad entsteht meistens ein relativ leichter und aromatischer Dampf, der auch kaum zu sehen sein kann beim Ausatmen. Weniger Dampf heißt nicht weniger Wirkung. Es wird angenommen, dass das Vaporisieren mit wenig Dampf gesundheitsbewusster ist.

Ist die Wirkung nach angemessener Wartezeit nicht ausreichend oder bleibt noch viel Wirkstoff in der Blüte, kann die Temperatur ggf. schrittweise auf etwa 190 bis 195 Grad erhöht werden. Eine höhere Temperatur sollte nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt getroffen werden.

Laboruntersuchungen fanden bei Temperaturen um 200 Grad ein günstigeres Verhältnis zwischen Cannabinoiden und unerwünschten Nebenprodukten als im Cannabisrauch [5].

Regelmäßige Reinigung

Mundstück, Kühleinheit, Siebe und Füllkammer sollten regelmäßig nach der Anleitung des Herstellers gereinigt werden. Ablagerungen können den Luftstrom behindern, den Geschmack verändern und die hygienische Anwendung erschweren. Wenn der Vaporisator sich dafür eignet, sollte 99,9% Isopropanol zur Reinigung verwendet werden.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Die genaue Dosierung und Anwendung sollten mit der behandelnden Ärztin, dem behandelnden Arzt oder der Apotheke abgestimmt werden. Bei Lungenerkrankungen sollte vor einer inhalativen Anwendung unbedingt ärztlicher Rat eingeholt werden.

Referenzen

[1] National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine: "The Health Effects of Cannabis and Cannabinoids: The Current State of Evidence and Recommendations for Research" (2017).

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK425753/

[2] Ribeiro, L. I. C. et al.: "Cannabis smoking and the respiratory system: a review" (2024).

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38056532/

[3] Tashkin, D. P. et al.: "Cannabis smoking and lung health: a review" (2016).

https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC5072387/

[4] Gieringer, D. H. et al.: "Cannabis vaporizer: Combustion analysis and cannabinoid recovery" (2004).

https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4718604/

[5] Pomahacova, B. et al.: "Cannabis smoke condensate III: Cannabinoid- and byproduct-profile at different temperatures" (2009).

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19852551/

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